Fotoequipment Update (Stand 09.16)

Ich dachte es wird mal wieder Zeit für ein Update meines täglich verwendeten Equipment, dass ich für meine Foodfotos benutze, da ich doch recht häufig dazu Fragen gestellt bekomme. 😉

Zuerst einmal das Wichtigste: die Kamera und das Objektiv sind immer noch dieselben. Sony Alpha 58 mit 50 mm Festbrennweite Objektiv Sony SAL50F18. Beides kann ich nach wie vor empfehlen, wenn das Budget nicht mehr hergibt. Wer mehr zur Verfügung hat, dem würde ich direkt zu einer Vollformatkamera raten, aber da muss man schon wesentlich mehr investieren. 😉 Das Thema Kamera ist auch so komplex, wer auf der Suche nach der richtigen Kamera ist, dem kann ich nur die Produkttest von chip.de empfehlen. Ich selber bin da auch kein Profi und habe meine Kamera durch viel viel lesen von Tests und Bewertungen ausgesucht. Was ich aber als Rat mitgeben kann: Kauft nicht das Objektiv Kit dazu, sondern direkt ein Gescheites. Da heißt es auch wieder Tests lesen und gucken, was zu einem passt. 😉

Dazu benutze ich immer noch mein Cullmann Stativ, was ich ebenfalls noch empfehlen kann. Ist leicht, günstig und tut was es soll. 😉

Kommen wir zu den weniger komplexen Dingen, die kein Vermögen oder sorgfältige Recherche benötigen. 😉

darkmoody

Belichtung:

Ich fotografiere immer noch am liebsten bei Tageslicht, aber wenn es doch mal später wird oder die dicken Regenwolken aufziehen, benutze ich zwei Softboxen. Das sind immer noch dieselben, wie in meinem letzten Equipmentpost, was ich allerdings inzwischen gelernt habe: das Wichtigte bei einer Softbox ist nicht die Box selber, sondern das Leuchtmittel! Die Box kann ich nach wie vor empfehlen (da brauch man wirklich kein teures Markenmodell), allerdings ist das mitgelieferte Leuchtmittel nicht stark genug! Inwzischen benutze ich die Walimex Spiral-Tageslichtlampe mit 125 W (625 W Lichtausbeute). Die macht super helles Licht, direkt reingucken sollte man da nicht ;). Besonders bei weißen Hintergründen ist so eine starke Lichtausbeute wichtig, um wirklich auch alles im Bild ausgeleuchtet zu bekommen. Der Preis mag erst einmal abschrecken, aber die Lampe ist wirklich jeden Cent Wert!

Besonders wenn das Licht nur von einer Seite kommt (Tageslicht durch Fenster) ist ein Reflektor sehr hilfreich, um Schatten auszuradieren. Dafür eigenet sich eigentlich alles was Licht reflektiert. Was ich zur Zeit am liebsten verwende, sind Styropor Deckenplatten. Styropor reflektiert richtig gut und diese Deckenplatten aus dem Baumarkt sind zum einen sehr günstig und lassen sich super verstauen, da sie nicht so groß und dick wie normale Styroporplatten sind. 😉

Alternativ gibt es natürlich auch extra Reflektoren zu kaufen. Ich besitze einen 5 in 1 Faltreflektor, der ebenso Diffuser ist, benutze aber auch nur diese Funktion. Ein Diffusor ist dafür da Licht zu streuen. So wird aus hartem Sonnenlicht, schönes weiches Licht und Schatten werden so gut wie eliminiert. Darüber habe ich aber auch hier schon einmal gebloggt. 😉

sonnediffusor_vergleich

Hintergründe:

In Sachen Hintergründe hat sich die letzten Monate auch einiges getan und vor allem angesammlt. Was sich nicht verändert hat, ist allerdings leider die Tatsache, dass es schöne Hintergründe meist nicht einfach so zu kaufen gibt. Da heißt es Sperrmül, Flohmärkte, Kleinanzeigen durchsuchen oder selber basteln. Was ich zur Zeit super gerne selber mache, sind einfache Sperrholzplatten mit Acryllack bepinseln. Alles was man dafür braucht, gibt es im Baumarkt.

spanplatte

Einen Geheimtipp habe ich allerdings noch parat: gebrannte Obstkisten. Die machen so als Kiste schon echt was her, egal ob als Untergrund oder sogar im Hintergrund um mehrere Ebenen zu schaffen. Außerdem kann man mit etwas handwerklichem Geschick die einzelnen Bretter zu einem großen Brett zusammen bauen.

obstkiste

Bearbeitung:

Das ist ein Punkt, der sich in den letzten Monaten enorm verändert hat. Von der Instagram-App zum professionellen Bearbeitungsprogramm Lightroom und Photoshop. Ich kann nur immer wieder sagen, wenn ihr eine gute Kamera habt, bearbeitet die Bilder nicht mit irgendwelchen Apps kaputt! Es gibt sicher die oder andere, die auch gut was kann, aber mit der Instagram-App würde ich nie wieder bearbeiten! Besonders Lightroom holt aus meinen Bildern immer noch so viel raus. Weißabgleich, Belichtung, Schärfe, Farben,.. Das alles kann man im nachhinein noch verlustfrei mit Lightroom bearbeiten, wenn man im Rohdatenformat (RAW) fotografiert. Dazu schreibe ich aber auch gerne noch mal einen ausführlichen Beitrag, wenn ihr Interesse habt?!

insta_vs_lr

Ein weiterer Vorteil von Lighroom: man kann die Kamera direkt mit dem PC/Laptop verbinden und die Bilder sofort in Lightroom begutachten. So kann man direkt sehen, ob das der Fokus stimmt, was auf dem kleinen Kameradisplay oft gar nicht so einfach ist. Zudem wirkt so ein Bild in große auf dem PC-Bildschirm direkt ganz anders und zumindest mit geht es so, dass ich oft erst dann Dinge sehe, die mich stören (z.B. an der Anordnung), die o auf dem kleinen Display gar nicht auffallen.
Bei vielen Kameras funktioniert das mit der Tether-Aufnahme, bei Sony geht das zwar nicht, aber dafür gibt es noch ein kleines Programm, womit der selbe Effekt erzielt werden kann. Wie das ganze funktioniert, könnt ihr euch in diesem Video angucken. Damit habe ich das Ganze auch zum laufen gebracht, sehr hilfreich! In der Infobox von dem Video ist auch das Programm verlinkt, was man dafür braucht. Wenn ihr eine Kamera habt, die von Lightroom erkannt wird, dann schaut am Besten auch mal auf Youtube nach Anleitungen, das ist immer einfach, als das ausführlich zu in Textform zu erklären. 😉
Was ihr in jedem Fall dafür braucht ist ein USB-Kabel. Da habe ich mir gerade erst ein extralanges gekauft, damit ich meinen Laptop nicht direkt neben der Kamera stehen haben muss. 😉

Neben Lightroom nutze ich auch noch Photoshop, um meine Bilder zurecht zu schneiden, ungewollte Flecken oder Katzenhaare 😀 wegzustempeln oder die Bildgröße für den Blog zu komprimieren.

Und vollständigerweise, da das auch manche wissen wollten: mein Magazin habe ich in InDesign erstellt. 😉

Die Programme (Lightroom, Photoshop, InDesign, Illustrater,…) von Adobe gibt es leider nur noch in der Creative Cloud, die man monatlich bezahlen muss. Für Studenten/Schüler kostet das im ersten Jahr um die 20 € monatlich (oder 12 € nur für Lightroom), was nicht grad günstig ist und danach wird es wesentlich teurer. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, wenn man nur Lightroom und Photoshop nutzen möchte, ein Jahresabo zu kaufen. Ist noch etwas günstiger und das nicht nur für Studenten/Schüler. 😉 Nach meinem vergünstigen Jahr in der CC werde ich mir wohl auch so ein Abo kaufen, weil ich das wesentlich praktischer finde und zur Zeit eh nur Lightroom und Photoshop verwende.

Literatur

Zu guter Letzt noch eine Buchempfehlung. Auch ich musste das alles irgendwie lernen und das kam sicher nicht vom Himmel gefallen. 😉 Als ich an einem Punkt war, wo ich irgendwie keinen Fortschritt mehr sehen konnte und an dem ich noch recht unzufrieden mit meinen Ergebnissen war, bin ich auf das Buch Food-Fotografie: Leckere Bildrezepte für Einsteiger von der talentierten Corinna Gissemann gestoßen. Das Buch wurde nur so von mir verschlungen. Direkt beim nächsten Shooting konnte ich einiges umsetzen und endlich wieder einen Fortschritt bemerken! Besonders die Erklärungen zu Kameraeinstellungen haben mir enorm geholfen, denn die beste Kamera nützt einem nichts, wenn sie nicht richtig eingestellt ist. Davor habe ich mich im Internet mit viel zu komplizierten Erklärungen über ISO, Blende und Verschlusszeit rumgequält. Einmal das Buch gelesen und endlich ging die Leuchte an. 😀

Übrigens gibt die liebe Corinna auch Workshops, von denen ich auch schon einen besucht habe. Ebenfalls sehr zu empfehlen! 😉 Wer dazu mehr wissen will, kann mir gerne in die Kommentare oder eine Mail schreiben.