Wie sieht das eigentlich hinter der Kamera aus?

Heute gibt es mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Du hast dich schon immer gefragt, wie ich eigentlich mein ganzes Equipment so aufbaue, wo meine Lichtquelle ist oder ob ich mit oder ohne Stativ fotografiere? Hier bekommst du die Antwort!

Der Hintergrund

Wenn ich mal wieder etwas Leckeres zubereitet habe, wie diese schöne Himbeer-Rhabarber-Galette, überlege ich mir als erstes, auf welchem Hintergrund ich das Gericht anrichten möchte. In diesem Fall entschied ich mich für meinen alten Holztisch, den ich mal auf dem Sperrmüll gefunden habe. Der dient auch sonst immer als Grundlage, also darauf lege ich meine Hintergründe. Außerdem steht er sowieso immer genau am richtigen Ort: In meinem Arbeitszimmer direkt am Fenster.

Kamera und Licht vorbereiten

Bevor ich dann anfange mit dem Anrichten, bereite ich immer erst alles drum herum vor. Die Kamera kommt aufs Stativ, wird per USB-Kabel mit meinem Computer verbunden und schon mal eingeschaltet, um die ersten Einstellungen vorzunehmen. Je nach Licht variiert das ja. Dann stelle ich meinen Diffusor zwischen Fenster und Tisch oder klemme ihn hinter die Heizung. Der ist dafür da, um das Licht und die Schatten etwas weicher wirken zu lassen. Oft scheint die Sonne genau ins Fenster, wenn ich fotografiere, was natürlich nicht von Vorteil ist. Hier seht ihr mal, wie das Bild ohne Diffusor aussieht, wenn die Sonne direkt auf den Tisch scheint (links).

Vergleichsbilder beim Fotografieren mit und ohne Diffusor

Und jetzt das Wichtigste: unser Food-Model

Sobald ich das alles erledigt habe, fange ich an mein Gericht schön anzurichten und zu dekorieren. Der Blick fällt dabei immer wieder aufs Display, bzw. auf meinen Computer-Monitor, wo ich dank dem erwähnen USB-Kabel live verfolgen kann, was vor der Kamera passiert. Nennt sich auch Live-View. Immer wieder auf den Monitor zu schauen, ist wichtig, da das Motiv dadurch oft ganz anders wirkt, als mit bloßen Auge. Ich stehe z.B. immer seitlich zum Set, wenn ich anrichte. Aus dieser Perspektive sieht das Set also ganz anders aus, als später auf dem Bild. Deswegen kontrolliere ich immer wieder meine Displays.

Schatten entfernen mit Reflektor

Wenn ich zufrieden mit dem Food-Styling und der Deko bin, schaue ich ob ein Reflektor Sinn macht. Bei der Galette auf dem dunklen Holztisch war das nicht nötig, da die Schatten rechts im Bild gut zu dem rustikalen Stil passen. Vor allem bei hellen Bildern ist der Reflektor aber meist nötig. Den positioniere ich dann gegenüber der Lichtquelle, also meinem Fenster, damit er die Schatten auf der anderen Seite etwas aufhellt.

Und Action!

Zum Schluss entsteht dann das Bild, bzw. die Bilder. Dabei verwende ich eigentlich immer den 2 Sekunden Timer oder löse direkt am Computer aus, damit auch ja nichts verwackelt. Die Belichtungzeit ist bei mir oft sehr lang und das kann dazu führen, dass allein die Berührung des Stativs oder der Kamera dazu führt, dass das Bild nicht scharf wird.

Das erste Foto schaue ich mir direkt in meinem Bearbeitungsprogramm an und lege ein passendes Presets darüber, um zu sehen, wie es bearbeitet aussieht. So ist es wesentlich einfacher das Bild zu beurteilen, als auf dem kleinen Kameradisplay. Anschließend ändere ich meist noch ein paar Kleinigkeiten am Set, die mir erst dadurch aufgefallen sind. Wenn ich zufrieden bin und noch Zeit übrig ist, probiere ich verschiedene Perspektiven aus oder schneide, wie in diesem Beispiel, noch ein Stück vom Kuchen heraus.

Guten Appetit bei der Bildbearbeitung

Und dann kommt natürlich der beste Part. Das Motiv möchte ja auch probiert werden. Bei mir sieht das meistens so aus, dass ich mich mit einem Stück Kuchen an den Computer setze und die Bilder (mit den Presets als Ausgangsbasis) bearbeite. Da ist dann zwar gar nicht mehr so viel zu tun, weil ich während des Shootings ja schon an den Bildern geschraubt habe, aber der Feinschliff kommt eben erst, wenn alles fertig ist.

Vergleichsbild beim Fotografieren mit und ohne Diffusor

Ich hoffe dieser Beitrag konnte dir einen kleinen Einblick geben, wie ich bei meinen Food-Fotos so vorgehe. Schreib mir gerne in die Kommentare, was dich noch zum Thema Food-Fotografie oder Food-Styling interessiert.

1 Gedanke zu „Wie sieht das eigentlich hinter der Kamera aus?“

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