Veganer Karottenkuchen

Mein veganer Karottenkuchen lässt sich wahnsinnig schnell backen. Aber du kannst dir Gemüse im Kuchen nicht vorstellen? Oder du überlegst: „Wonach schmeckt Karottenkuchen eigentlich? Keine Sorge, die Karotten sind zwar nicht zu übersehen, halten sich aber geschmacklich ganz zurück. Dafür verleihen sie dem leckeren Kuchen seine herrlich saftige Konsistenz. Der zitronige vegane Karottenkuchen schmeckt einfach zu jeder Gelegenheit.

Mehrere Stücke des veganen Karottenkuchens aufeinandergestapelt und mit Zuckerguss garniert, angerichtet auf einer dunklen Marmorplatte und dunklem Hintergrund

Klimafreundliches, gesundes Wurzelgemüse mit langer Tradition

Karotten, Möhren, Mohrrübe, Gelbe Rüben, Rübli oder Rüebli, das Wurzelgemüse besitzt je nach Region unterschiedliche Namen. Die beliebten Wurzeln sind in Deutschland rund ums Jahr aus heimischem Anbau erhältlich. Von Juni bis Oktober kommen frühe, mittlere und späte Sorten direkt vom Feld auf den Wochenmarkt oder in die Gemüseabteilungen der Supermärkte. Die restlichen Monate stehen Möhren als Lagerware zur Verfügung.

Karotten schmecken nicht nur gut, sie zählen auch zu den Spitzenreitern unter den klimafreundlichen Lebensmitteln. Mit einem CO2-Fußabdruck von nur 100 Gramm Kohlendioxid-Äquivalent pro Kilogramm angebautem Gemüse schonen die orangefarbenen Wurzeln unser Klima. Aus biologischem Anbau schneiden Karotten noch einen Tick besser ab.

Unter allen Gemüsesorten besitzen Möhren den höchsten Gehalt an Carotin, vorwiegend Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamins A. Unser Körper wandelt das Provitamin in Vitamin A um, wobei eine kleine Menge Fettzugabe die Aufnahme erleichtert.

Vitamin A unterstützt den Wachstumsprozess vieler Zellen, es hält Haut und Schleimhäute gesund und ist tatsächlich gut für die Augen. Vitamin A ist erforderlich zum Hell-Dunkel-Sehen, daher kann ein Mangel zu Nachtblindheit führen. Karotten verhelfen genau betrachtet nicht zu einem besseren Sehen, aber sie wirken einem Sehkraftverlust entgegen.

Ferner enthalten Möhren Vitamin C und B-Vitamine sowie die Mineralien Kalium und Eisen. Der Wassergehalt liegt bei fast 90 Prozent, damit sind die Gesundheitsbomben echte Schlankmacher – 100 Gramm enthalten nur rund 30 Kilokalorien. Karotten schmecken roh, gekocht, als Saft oder eignen sich eben fantastisch zum Backen.

Bereits die alten Griechen und Römer kannten das Wurzelgemüse und nutzten die Pflanze als Heilmittel. Erste historische Dokumente belegen über den Anbau von lilafarbenen und gelben Karotten in Zentral- und Kleinasien. Die heute bekannten orangefarbenen Wurzeln entstanden durch Kreuzungen wahrscheinlich in Holland, zumindest lassen dies Gemälde, die Ende des 17. Jahrhunderts entstanden, vermuten. Inzwischen gehören Möhren zum wichtigsten Gemüse Europas, alleine in der EU sind über 300 verschiedene Sorten im Handel.

Ausgebackener Teig des Karottenkuchens in Bleckform auf einem Gitter, drumherum Zitronen, Möhren und Zuckerguss als Dekoration

Woher stammt der Karottenkuchen eigentlich?

Indizien weisen darauf hin, dass der Ursprung dieses leckeren Kuchens in der Schweiz liegt. Der Kanton Aargau, Nachbarkanton zu Baden-Württemberg, gilt als Rüebli-Land. Rüebli ist die alemannische Bezeichnung für Karotten.

Zucker aus Zuckerrohr war im Mittelalter selten und teuer. Der Anbau von Zuckerrüben für die Zuckergewinnung entstand erst im 19. Jh. Zuvor verwendeten die Menschen vorwiegend Honig zum Süßen. So dienten die leicht süßlich schmeckenden Möhren bereits im Mittelalter zur Herstellung von Süßspeisen.

Im 19. Jahrhundert breitete sich im Aargau der Anbau von Zuckerrüben und Karotten gleichermaßen aus. Was lag da nicht näher, als den Zucker mit den Karotten zu einem köstlichen Kuchen zu vereinen? Das vermutlich älteste bekannte Karottenkuchen-Rezept stammt aus dem Jahr 1892. In einer Rezeptsammlung der Haushaltungsschule Kaiseraugst/AG findet die „Gelbrüblitorte“ erstmals Erwähnung.

Das Ursprungsrezept basiert im Wesentlichen auf Karotten, Zucker, Haselnüssen, Eier, Backpulver und nur 100 Gramm Mehl, das Ganze abgerundet durch den Saft samt Schale einer Zitrone. Im beliebten Schweizer Haushaltsbuch „Gritli in der Küche“ mutierte der Kuchen dann 1917 zur „Aargauer-Rüeblitorte“.

Der Siegeszug des Karottenkuchens war danach kaum aufzuhalten. Während des Zweiten Weltkriegs backten die Briten den Kuchen, nach dem Krieg erreichte er Deutschland und in den 1960er Jahren gelang dem „carrot cake“ der Durchbruch in den USA. Selbst Star Bucks brüstet sich mit ihrer Möhrentorte. Immerhin wählten die Briten 2011 den Karottenkuchen zum beliebtesten Kuchen des Inselreichs.

Veganer Karottenkuchen in Blechform, geschnitten in neun gleich große Stücke und garniert mit Zuckerguss, angerichtet auf einem Blech und dunklem Hintergrund

Veganer Karottenkuchen mit Variationen

Im Laufe der Jahre entstanden verschiedene Rezepte für Karottenkuchen – inzwischen auch vegane. Manche basieren nur auf Mehl, andere aus einer Mischung aus Mandeln oder Haselnüssen mit Mehl und zahlreiche Rezepte verzichten ganz auf Weizenmehl.

Die Zubereitung ohne Weizenmehl ist besonders für Menschen, die unter Zöliakie leiden, von Bedeutung. Für glutenfreie Zutaten, das Mehl im Rezept gegen 160 g Mandelmehl und 40 g Speisestärke auswechseln und auf Backpulver ohne Gluten achten.

Für eine Low-Carb-Version den Zucker gegen Birkenzucker austauschen. Xylit enthält nur etwa die Hälfte der Zuckerkalorien. Alternativ lässt sich der Zucker auch gut durch sehr reife und süße Bananen, durch Apfelmus oder durch Datteln ersetzen. Dafür 20 getrocknete, entsteinte Datteln etwa 20 Minuten in Wasser einweichen und anschließend pürieren.

Die Schweizer verfeinern ihre Rüeblitorte gerne mit einem Schuss Kirschwasser. Darauf solltest du allerdings verzichten, wenn Kinder den Kuchen mitessen. Der vegane Karottenkuchen ist übrigens super, wenn der Nachwuchs – oder der Partner – Gemüse eher verschmähen. Auf diese Weise lassen sich Vitamine einfach unterjubeln.

Der Apfelessig im Rezept sorgt dafür, dass der Kuchen auch ohne Eischnee besonders luftig wird. Die Zugabe der Zitrone verhilft dem veganen Möhrenkuchen zu sommerlicher Frische. Zur Abwechslung kannst du auch einen Teil der geraspelten Karotten durch einen geriebenen Apfel ersetzen. Dadurch wird der Kuchen besonders saftig.

Angeschnittener Karottenkuchen mit Zuckerguss und Pistazien dekoriert, im Hintergrund Möhren und Karotten

Verschiedene Toppings für den veganen Karottenkuchen

Möchtest du noch mehr Abwechslung? Tausche das traditionelle Frosting, bestehend aus einem Zuckerguss mit Zitronensaft einfach aus:

  • Puderzucker auf den Kuchen sieben und mit Marzipan-Karotten garnieren
  • Marzipankarotten selber machen: 50 g gelbes und 20 g rotes Modelliermarzipan gut miteinander verkneten, zu Karotten formen und mit wenig grünem Marzipan das Kraut andeuten
  • den noch lauwarmen Kuchen mit 3 EL Aprikosenmarmelade bestreichen und gehackte Pistazien darüber streuen
  • Zitronenzeste als Dekoration verwenden
  • den Zitronensaft für die Puderzucker-Glasur durch Kirschwasser ersetzen
  • als schnelle vegetarische Variante mit Frischkäse. Dafür 200 g Frischkäse mit 40 ml Sahne verrühren und nach Bedarf mit einem gehäuften Esslöffel Zucker oder Xylit süßen

Unabhängig für welchen Belag du dich entscheidest, der vegane Karottenkuchen schmeckt einfach himmlisch. Backe den Kuchen doch einfach öfters und variiere das Topping. Du findest kaum einen gesünderen Kuchen und mein Rezept gelingt dir mit Sicherheit.

Den Karottenkuchen kannst du übrigens problemlos tags zuvor backen. Er schmeckt am zweiten Tag nämlich fast noch besser als am ersten, dann ist der Geschmack noch intensiver und der Kuchen saftiger. In Folie verpackt hält der vegane Karottenkuchen im Kühlschrank bis zu einer Woche.

Konnte ich dich überzeugen? Gleich die Zutaten fürs Rezept besorgen und loslegen mit Backen!

Mehrere Stücke des veganen Karottenkuchens aufeinandergestapelt und mit Zuckerguss garniert, angerichtet auf einer dunklen Marmorplatte und dunklem Hintergrund

Veganer Karottenkuchen

Ronja Pfuhl
Hier findest du ein super einfaches, veganes Rezept für einen frischen Karottenkuchen mit Zitrone – schmeckt einfach zu jeder Gelegenheit!
4.43 von 7 Bewertungen
Vorbereiten20 Min.
Zubereiten25 Min.
Gesamt45 Min.
Gericht Kuchen, Torten & Süßes, Nachtisch
Küche Überregional
Portionen 9 Stück
Kalorien 231 kcal

Zutaten
  

Kuchen

  • 150 g Karotten
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 150 ml pflanzliche Milch
  • 1 TL Apfelessig
  • 50 g Rapsöl
  • 100 g Zucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 200 g Mehl
  • 1 TL Backpulver

Zuckerguss

  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 g Puderzucker

Anleitung

  • Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Eine eckiges Blech ( 20 x 20 cm) mit einem Streifen Backpapier auslegen und die nicht bedeckten Ränder leicht einfetten.
  • Die Karotten schälen und fein rapseln. Die Zitrone gut waschen und anschließend die Schale abreiben und den Saft auspressen.
  • Zitronensaft und -abrieb zusammen mit pflanzlicher Milch, Apfelessig, Öl und Zucker verrühren.
  • Mehl und Backpulver hinzufügen und grob unterrühren.
  • Zum Schluss die geraspelten Karotten hinzufügen und zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten.
  • Den Teig in die Form füllen und 20-25 Minuten backen. Mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durch ist.
  • Den Karottenkuchen aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
  • Für den Zuckerguss Puderzucker und Zitronensaft glatt rühren und anschließend auf dem Kuchen verteilen.
  • Guten Appetit!

Video

Notizen

  • Für ein großes Backblech die Zutaten verdoppeln. (Einfach über den Portionsregler die Anzahl der Kuchenstücke von 9 auf 18 Stück ändern, dann werden die Mengenangaben automatisch angepasst.)

Nährwerte

Nährwertangaben
Veganer Karottenkuchen
Menge pro Portion
Kalorien 231 Kalorien aus Fett 54
% des Tagesbedarfs*
Fett 6g9%
Gesättigte Fettsäuren 1g6%
Ungesättigte Fettsäuren 1g
Natrium 81mg4%
Kalium 89mg3%
Kohlenhydrate 43g14%
Ballaststoffe 1g4%
Zucker 24g27%
Eiweiß 3g6%
Vitamin A 2786IU56%
Vitamin C 5mg6%
Kalzium 57mg6%
Eisen 1mg6%
* alle Werte basieren auf dem Tagesbedarf eines durschnittlichen Erwachsenen und 2000kcal.
Schlagwörter Karotten, kuchen, Möhren, Zitrone
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